Sandra Hüller ist einfach perfekt!
Space-Filme haben neben Katastrophenfilmen einen großen Platz in meinem Herzen. So ist es also nicht verwunderlich, dass ich natürlich auch zu »Der Astronaut« bzw. »Project Hail Mary« ins Kino gestapft bin — vor allem, nachdem ich so viel Gutes über den Film gehört habe. Und ganz ehrlich, ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Ganz ohne Vorwissen — denn das Buch hab ich mir erst direkt nach dem Film gekauft, ohne Mist, keine 10 Minuten später stand ich im Laden und bezahlte es bereits — ich hatte nur einen Trailer gesehen, aber den nur so nebenbei. Ich wusste quasi nichts und manchmal ist das eben auch genau das, was man braucht. Keinerlei Vorwissen, sich einfach mal überraschen lassen, einfach mal in eine fremde Welt (oder eben ein fremdes Sonnensystem) entführen lassen und abschalten.
Klar, ich mag Filme, die Katastrophen behandeln (hier stirbt die Sonne), die Wissenschaft mit einbringen (hier vor allem Mikrobiologie, aber natürlich auch Astronomie und Physik) und ich mag Filme, die Humor und Emotionen in einem wunderhübschen Gesamtpaket verschnüren und als kleine Seidenschleife zum Abschluss noch grandiose Musik drauf packen. Das alles ist »Project Hail Mary« für mich. Ich habe im Kino gelacht und geweint und dann wieder gelacht und dann noch mehr geweint. Ich war so emotional nach dem Film, dass ich, als ich mit dem Rad nach Hause gefahren bin und den Vollmond am Himmel sah, noch mehr weinen musste. Versteht mich nicht falsch, es geht nicht darum dass es ein trauriger Film ist, es geht eher darum, dass der Film Emotionen geweckt hat: Freude, Trauer, Angst, Freundschaft, aber vor allem Hoffnung. Hoffnung, dass es noch Gutes auf der Welt (oder eben im Universum) gibt.
Ich erzähle hier nicht die Geschichte nach, ganz ehrlich, ihr solltet den Film bereits im Kino gesehen haben, denn er lohnt sich auf der großen Leinwand (wenn möglich sogar IMAX) extrem! Und selbst wenn ihr das Kinofenster verpasst habt, kauft das Buch! Überbrückt mit dem Lesen die Zeit bis zum Bluray-Release! Das könnte fast schon ein Befehl sein (um es mit Eva Stratts Worten aus dem Film zu sagen.)
Und da wären wir schon bei den Schauspieler:innen. Hauptcharakter Ryland Grace wird von Ryan Gosling verkörpert, der so gut in die Rolle passt, man könnte sich gar niemand anderen darin vorstellen. Gutaussehend, nerdy, humorvoll, aber dennoch nicht ängstlich vor Emotionen. Es ist erfrischend, einen Mann sooft weinen zu sehen im Film. Oder kreischen. Ryan Gosling zeigt, dass healthy masculinity durchaus geht. Ryan Gosling zeigt, dass „female gaze“ existiert. Nie war ein Science Teacher heißer als Gosling in seinem Fuchs-Sweater (den die ganze Welt gerade nachstrickt) und der Brille auf halb 8 (wo Brillen halt gar nicht hingehören).
Weiter geht es mit unserer Lansfrau Sandra Hüller, die Eva Stratt verkörpert. Grandios. Showstopping. Wenn ihr das Buch lest, werdet ihr verstehen. Eva Stratt strahlt Macht aus. Sie strahlt Dominanz aus. Sie ist die einzige Person auf der ganzen Welt, die sich einfach alles erlauben kann — um damit eben den Planeten und die Menschheit zu retten. Ich sage nicht, dass ihre Entscheidungen gut sind, aber darum geht es hier auch nicht. Sandra Hüller ist einfach perfekt. Ihre trockene Art passt perfekt zum Charakter. Und die Karaoke Szene? I beg your pardon? Sandra Hüller Hit Album wann?
Über Rocky kann ich nur sagen: Amaze Amaze Amaze! Ich liebe es einfach, dass Rocky eine Mischung aus echter Figur, Miniatur und gelegentlich CGI war. Es ist einfach ein Unterschied, ob ein Schauspieler mit einer echten Figur agiert oder mit einem Tennisball (looking at you Marvel). James Ortiz hat einen wundervollen Job gemacht mit Rocky. Sei es die Stimme oder eben das Puppenspiel. Rocky hat sich mit seinen fünf steinharten Beinchen in unser aller Herzen geschmuggelt und bleibt dort für immer.
Neben den wundervollen Bildern (und keinem einzigen Greenscreen weit und breit) und den tollen Entscheidungen der beiden Regisseure Phil Lord und Christopher Miller (wann kommt der Original-Cut raus? Ich möchte die 3 Stunden 45 Minuten Version!) möchte ich noch auf die Musik von Daniel Pemberton eingehen. Die Mischung aus allen möglichen Instrumenten, Körpermusik, irgendwelchen Geräuschen und einem tollen Chor, hat einen Score erschaffen, der sich nicht nur wie eine zweite Haut um die Bilder des Films legt, sondern auch so im Gedächtnis festsetzt, dass allein schon beim Hören der Musik die passenden Szenen wieder im inneren Auge erscheinen und einem Gänsehaut geben.
Je mehr ich über das Making Off des Films erfahre, desto mehr liebe ich ihn. Ich habe das Buch gelesen, ich habe den Film schon zweimal im Kino gesehen und könnte ihn eigentlich jeden Tag noch mal schauen. Das hat lange kein Film mehr geschafft bei mir. Mich emotional so abzuholen, dass ich ihn wieder und wieder und wieder schauen kann.
Grace Rocky save Stars. Grace Rocky save Cinema!
Anne