The Company You Keep - Die Akte Grant

Thriller, USA 2012, 122 min

Ende der 60er formierte sich in den USA aus studentischen Kreisen die militante linksextreme Underground-Gruppierung „Weathermen“, die ihren Namen aus dem Bob Dylan-Song „Subterranean Homesick Blues“ entlehnt hatten, in dem es so schön heißt „Du brauchst keinen Wettermann, um zu wissen, woher der Wind weht“. Da sie meinten, zu wissen, woher der Wind wehte, erklärte man alle weißen Arbeiter pauschal für unrevolutionär und rassistisch und solidarisierte sich, angesichts des Vietnamkrieges, mit dem Vietcong. Hauptaugenmerk ihrer Aktivitäten lag darin, dem US-Establishment etwas Feuer untern Staatshintern zu machen und ließen hie und da ein paar Bomben hochgehen, was meist nur zur Sachbeschädigung an Gebäuden führte, aber auch leider ein paar wenige Tote hinterließ. Da sich diverse Aktivistinnen im Namen der Gruppierung etwas unterrepräsentiert fühlten, änderte man rasch den Namen in Weather Underground, was die Sachen aber auch nicht viel besser machte. Rund 28 Jahre später hat sich nun Robert Redford des sich mit dem Thema in der Jetztzeit beschäftigenden Roman von Neil Gordon angenommen und den hier vorliegenden gleichnamigen Film mit sich selbst in Szene gesetzt. Als die ehemalige Weathermen-Aktivistin Sharon Solarz (Susan Sarandon) nach drei Jahrzehnten der Flucht, als eine von noch zwei vom FBI gesuchten Mitgliedern der früheren Organisation, verhaftet wird, wittert der junge und ehrgeizige Journalist Ben Shepard (Shia LaBeouf) von der Albany Sun Times seine Chance, die große investigative Nummer zu landen. Noch vor dem FBI entdeckt er, dass der angesehene Anwalt Jim Grant (Robert Redford) eigentlich der letzte noch freie Aktivist Nick Sloan ist. So sieht es nicht gut aus für Jim, der sich unter falscher Identität ein neues Leben als allein erziehender Vater und Anwalt aufgebaut hat. Doch die Polizeibehörde, die wiederum Ben Shepard überwacht, reagiert zunehmend nervöser über die journalistischen Aktivitäten, die offensichtlich etwas zu Tage zu bringen drohen, was so damals nie ermittelt wurde und dem Staat nicht so richtig in den Kram passt. Ordentlich inszenierter Politthriller, der ohne das heute übliche Rambazamba-Puff-Peng auskommt, sehr gut zu unterhalten weiß und einen hervorragend aufgelegten Robert Redford bietet, der wieder zeigt, wo der gestandene Schauspieler den Most holt!
Ray van Zeschau