Miss Bala

Drama, Mexiko 2011, 114 min

Laura (Stephanie Sigman) ist eine normale, junge Frau in Mexiko. Anmutig ist sie, harte Arbeit gewöhnt und infiziert vom großen Traum im Norden; Kalifornien lautet ihr Ziel. Und der Weg dorthin führt direkt über einen Schönheitswettbewerb. Als Miss Lateinamerika, so ihr Kalkül, stünden ihr sämtliche Türen offen und sie würde die richtigen Leute kennen lernen, um Karriere zu machen. Oder was auch immer. Doch sie trifft die falschen Typen. Auf einer Party wird sie Zeugin einer Drogen-Schießerei, Ziel sind irgendwelche Fahnder, geschossen wird auf alles, was sich bewegt. Lauras atemlose Flucht öffnet die verkehrten Türen, sie läuft in die Arme der Polizei und wird direkt beim Boss vom Drogenkartell abgegeben. Zeugen sind für Lino Valdez (Noe Hernández) ein willkommener Zeitvertreib, attraktive ganz besonders. Erbarmungslos nüchtern, aber historisch durchaus belegt, erzählt Regisseur Gerardo Naranjo seine Version der Leiden der jungen Laura Zuniga Huizar, einer mexikanischen Schönheitskönigin, die von den Medien nach ihrer Verhaftung 2008 kurzerhand Miss Narcotica getauft wurde. Weil sie mit Drogen im Wert von 50.000 Dollar und einem Dutzend Waffen „auf dem Weg zum Einkaufen in Kolumbien“ erwischt wurde… Aber keine Bange, das süffisante Grinsen hält nicht lange an im Kinosaal. Angesichts tagtäglich praktizierter Waffengewalt auf Mexikos Straßen mit Todesopfern, deren Zahl in die Tausende geht, wirkt die Selbstverständlichkeit, mit der Laura zum Spielball des Drogenkartells wird, ernüchternd und beängstigend. Doch sie wird Glück haben. Sie wird schreien und misshandelt werden, wird die Miss-Wahl gewinnen und jeden Tag um ihr nacktes Leben zittern. Doch sie wird leben.

Buch: Mauricio Katz, Gerardo Naranjo

Regie: Gerardo Naranjo

Darsteller: Stephanie Sigm, Miguel Couturier, Noé Hernández, Juan Carlos Galván, José Yenque, Irene Azuela, Javier Zaragoza, Lakshmi Picazo

Kamera: Mátyás Erdély

Musik: Emilio Kauderer

Produktion: Canana Films, Pablo Cruz

Bundesstart: 18.10.2012

Start in Dresden: 18.10.2012

FSK: ab 16 Jahren