Agent Ranjid rettet die Welt

Komödie, Deutschland 2012, 81 min

Da fällt mir gerade ein, wollte Olaf Schubert nicht bereits 2011 mit einem internationalen Mehrfach-D-Kinofilm die Welt retten bzw. zumindest beglücken? Oder hat man dem im zarten Alter von 41 Jahren zum Nachwuchskomiker Gekürten im Jugendwahn und Migrationsgedöns das Geld abgezogen, um es dem sechs Jahre jüngeren Kaya Yanar mit Migrationsrückprojektion überzuhelfen? Wer weiß?! Eine Abzweigung des Schubertschen Kinogeldes an die Dresdner Straßenbaulobby wäre durchaus auch vorstellbar. Aber ich will ma so sagen, wir steckn da ni drin! Kaya Yanar ist ja nun auch einer von den üblichen Humorverdächtigen, die in aller Regelmäßigkeit den Bildschirm beflimmern. Seine Sketche treffen bei mir zwar nicht immer ins Schwarze oder lassen gar meine Oberschenkel bersten, aber der Kaya hat so eine mir zutiefst sympathisch lockere Grundeinstellung, die seine Darbietungen nie dämlich oder peinlich wirken lassen, wie bei Flitzpiepe Ausbilder Schmidt oder Kaffeekränzchenstürmer Atze Schröder. Kaya macht im Film im Prinzip das, was er sonst auch macht, Leute unterschiedlichster ethnischer Volksgruppenmigrationshintergründe zu persiflieren und das möglichst alles auf einmal. Die indische Reinigungskraft Ranjid versucht mit der Putzerei etwas Geld zusammen zu bekommen, um seiner pansenkranken Kuh Benytha eine Operation bieten zu können. Doch noch bevor und überhaupt kommt es zu einer folgenschweren Verwexslung, die den türkischen Ayran-Secret-Servic-Chef Süleyman glauben lässt, Ranjid wäre ein „Süperagent“. Das kommt dem armen Tropf natürlich sehr zu pass, da munter die Boleros locken. Da auch unsere Nachbarn wieder durch den cacao-bevattenden Melkdrank gezogen gehören, hat man sich den holländischen Hollywoodexportschlager Rutger Hauer geleistet, der den ebenfalls holländischen Bösewicht Freek van Dyk gibt, gegen den Äädschent Ranjid anzutreten hat. Kein leichtes Unterfangen, da auch schon die ASS-„Süperagenten“ Hakan und Sirtakimann in den Joghurt beißen mussten. Schöne fluffig slappige und unangestrengte Agentenparodie und frisch geschüttelte Melange aus Jakob Bindung, Johannes Englisch, Augustin Machts und „Was guckst du?“ Ansonsten bleibt nur noch zu sagen, na guckst Du!
Ray van Zeschau (Guck ich)

Buch: Kaya Yanar, Dieter Tappert, Norman Cöster

Regie: Michael Karen

Darsteller: Kaya Yanar, Rutger Hauer, Birte Glang, Vedat Erincin, Tom Gerhardt

Musik: Siggi Mueller

Produktion: Westside Filmproduktion, Constantin Film Prod., Christian Becker, Mark Popp

Bundesstart: 18.10.2012

Start in Dresden: 18.10.2012

FSK: ab 6 Jahren