Rote Sonne

Komödie/Thriller, BRD 1970, 89 min

Ende der sechziger Jahre bringen Studentenbewegung und nouvelle vague auch die deutschen Kinoleinwände ordentlich in Bewegung. Im Aufwind des Neuen Deutschen Films werden Streifen annonciert wie »Jagdszenen aus Niederbayern«, »Liebe ist kälter als der Tod« oder »Abschied von gestern«. Ein Jahr, bevor die Berlinale wegen Michael Verhoevens »o.k.« abgebrochen werden wird, gelingt Rudolf Thome 1969 ein großartiger Wurf mit der Idee, Fotomodell und Kommune-1-Ikone Uschi Obermaier zur Heldin seines neuesten Filmes zu machen. Marquard Bohm (der Mick Jagger des deutschen Films) gibt ihren Ex-Liebhaber Thomas, der für ein paar Tage Unterschlupf bei seiner Verflossenen sucht. Peggy haust in einer Münchner Frauen-WG und schleppt ihn ab, obwohl sie damit sein Leben aufs Spiel setzt. Er findet die Aussicht auf ein wenig weibliche Gesellschaft nicht unschick, ahnt aber nicht, dass die Damen einem gemeinsamen pseudopolitischen Leitmotiv folgen; Männer dienen nur dem Liebesakt und werden spätestens fünf Tage nach dem Sex getötet. Der Verehrer von Sylvie ertrinkt in der Isar und Thomas beginnt Verdacht zu schöpfen, dass er bei dessen Beseitigung sogar geholfen haben könnte. Peggy will Thomas vor solch einem Schicksal bewahren, sie versucht ihren Ex mit allen Mitteln loszuwerden, aber nachdem er in einer spektakulären Aktion verhindert, dass die Damen mit einem Sprengstoffanschlag auf sich aufmerksam machen, ist Thomas nicht mehr davon abzubringen; er bleibt bis zum bitteren Ende.