Insidious

Fantasy/Horror/Thriller, USA 2011, 102 min

Na, weiß noch jemand wer James Wan ist? Nein, nicht mein Speisehunddealer und Straßenkampfsportlehrer des Bodo-West e.V. aus der Friedrichstadt der 90er, nein, nein! Bei den sprichwörtlich Eingefleischten wird es aber jetzt hell läuten.
Na klar, James Wan ist der großartige Mann, der mit seinem Kumpel Leigh Whannell das Tor zu einer neuen Horrordimension aufstieß und entgegen allem internationalen Kritikergewichse neue Maßstäbe setzte. Er kam »Saw« und siegte! Soo, nun ham sich James und Leigh mal ne neue Gruselnummer ausgedacht und gehen wieder durch das Tor, durch das sie gekommen waren und remembern sich frohen Mutes durch alle großartigen Geister- und Gruselfilme der 80er wie »Poltergeist«, »Hellraiser«, »Freddy Krueger«, »Spuk unterm Riesenra…« nee Quatsch, den natürlich nicht. Tja heißt: Der tumbe Splatter- und Meuchelfreund muss draußen bleiben. Nein, muss er natürlich nicht, aber Wan zeigt hier mal, dass er auch anders kann und ohne Unmengen von Blut und Gräueltaten gut zurechtkommt und allein durch geschickte Arbeit uns den Grusel in den Nacken schmettert. Zum Film selbst sei, wie schon angedeutet, soviel gesagt: Eine Familie mit ihren drei Kindern zieht in ein neues Haus und, na ja, da geht´s schon leicht los, bis einer der Söhne (Ty Simpkins) einen mysteriösen Unfall erleidet und in ein der Medizin unerklärliches Koma verfällt, aus dem er nicht mehr erwacht. Da die ganzen Poltergeistbelästigungen ziemlich nerven wie eine Horde Studenten, hilft nur noch der Umzug. Glaubt die Familie! Kaum im neuen Heim angekommen, müssen sie schnell feststellen, dass es nicht das Haus war, welches die Dämonen in Beschlag genommen hatten, sondern ihr komatöser Sohn Dalton. Da helfen natürlich nur die Ghostbusters. Nee, nicht die von 1984, sondern junge Nerds, die mit allerlei technischem Gedöns und einem Medium (Lin Shaye) aufwarten. Tangina lässt grüßen. Hier wird´s nun lustig, um auch bald wieder ordentlich eines auf das Nervenkostüm gekloppt zu bekommen. Mit Hilfe der gerufenen Belegschaft wird der bemitleidenswerte Dalton in eine, sagen wir mal, Astralsendeanlage umfunktioniert, um seinen gleichnamigen Leib in eine Zwischenwelt zu katapultieren. Dort soll der Junge, was jungen Menschen heut so alles zugemutet wird, ein paar Sachen klären. Hernach muss der gebeutelte Dalton natürlich dringend wieder aus der jenseitigen Zwischenwelt zurückgeholt werden, denn auch sein Home ist sein Castle, was selbstverständlich nicht ohne heftigstes Bui über die Leinwand zaubert. Wenn mal gar nichts geht, ein zornig überdrehtes schnelles KRIIIIIIIITZSCHH über eine Klaviersaite hat bei James Wan schon immer gut funktioniert, um fast vor Schreck in die Popcorntüte zu pullern. Großartig atmosphärisch dichtes Filmwerk, welches sich gekonnt vor den alten Meistern verneigt.
Ray van Zeschau (neig, neig)