Das A-Team

Action/Komödie, USA 2010, 119 min

Nach 23 Jahren, in einer Zeit allgemein latenter Verblödung und Ideenarmut, besann man sich vorhandener Werte und meinte mit der Verkinosierung der TV-Serie »Das A-Team«, auch dessen Kult und Erfolg gleich automatisch mit abzugreifen. Dazu gehört aber halt bissgen mehr als nur die Charaktere der Serie optovisuell kopieren zu wollen. „Wer es nicht erfühlt, wird es nie begreifen“, schrieb einst Goethe 1852 in seinem Faust III, und das trifft hier einfach mal wie besagtes Stück aufs Auge. Waren das „A-Team“ damals noch so etwas wie die Robin Hoods der 80er, die sich nicht wirklich ernst nahmen, sind sie nun eine international operierende Truppe, die sich um die Beschaffung von Falschgelddruckplatten aus böser Hand im beschaulichen Bagdad zu kümmern hat, dem einfachen geschundenen Mann von nebenan die Hand zu reichen und gegen das für jeder Mann greifbare Ungemach des Alltages und der Gesellschaft zu verteidigen. Eine »A-Team«-Folge lief damals ungefähr so ab: Eine wie bereits erwähnte einfache Person aus der Mitte der Gesellschaft wird von halb- oder ganzkriminellen Elementen bedrängt. Diese sucht die Hilfe des A-Teams, da die Polizei entweder zu blöd ist, keinen Bock hat oder einfach nur mit unter der Decke der Widerporste steckt. Dann liefert sich die Belegschaft ein paar gemütliche Ballereien und Verfolgungsjagden. Erste Erfolge für das Team sind zu verzeichnen, welche sich dann aber in eine schwierige Situation wandelt. Hier gelangt dann ein genialer Plan vom Kopf des Teams, John „Hannibal“ Smith zum Tragen. Fürderhin kommt es abermals zum Gebrauch diverser Schusswaffen und Kraftfahrzeuge. Das A-Team gewinnt und fertig ist der Lack. Tja, Schuster bleib bei deinen Leisten, was schon der römische Historiker Plinius der Ältere zu berichten wusste. Dies hätte sich auch ruhig Regisseur Joe Carnahan zu Drehbuch nehmen können. Aber nein, er musste unbedingt aus weniger mehr machen, was vor allem die fast ständig ausufernde Action des Films betrifft, die eine Handlung, falls überhaupt eine angedacht war, vollkommen zuwurstet. Was bleibt uns also fazitös festzustellen? Sinnloses Rumgeballere unter der Einbeziehung diverser KFZ und Aeroplane mit dem Ziel der Beschaffung von amerikanischen Falschgelddruckplatten aus böser Hand im beschaulichen Bagdad. Da ist es spannender zu Hause das Küchenregal umzureißen und in die entgeisterten Gesichter meiner Familie zu blicken. Dieser Film verdient nicht das Etikett „A-Team“ zu tragen. Schnulli, wegtreten!
Ray van Zeschau