Die Frau des Zeitreisenden

Drama/Science-Fiction, USA 2009, 107 min

Zeitreise klingt immer wieder ganz spannend, aber letztlich sind wir ja alle irgendwie Zeitreisende. Meist von 6:00 Uhr morgens bis 24:00 nächtens. In der Regel mit den Öffentlichen und ansonsten mit Bahnen oder Flugzeugen, und je schneller wir uns mit diesen bewegen, desto mehr sind wir aber tatsächlich unweigerlich in eine Zeitreise verstrickt, da wir uns auf Grund der Zeitdilatation in die Zukunft bewegen. Heißt, wenn wir z.B. mit dem O-Bus Linie 61 fahren, vergeht für uns die Zeit schneller als für Bürger, die zu Hause bleiben und nicht mit der 61 fahren. Das Ergebnis ist allerdings auf Grund der Geringe nicht mehr in Nullen auszudrücken. So ist der am weitesten in der Zeit gereiste Mensch der russische Kosmonaut Sergei Konstantinowitsch Krikaljow, der 784 Tage an Bord der MIR verweilte. Dabei reiste er im Vergleich zu seinen Daheimgebliebenen ca. eine Fünfzigstelsekunde in die Zukunft. Das ist doch der Hit, oder!? Nun werden sich wieder ein paar verstörte Leser fragen, halt ich jetzt den KINOKALENDER in der Hand oder eher die FRÖSI? Nein, lieber verstörter Leser, Sie halten natürlich Ihren geliebten KINOKALENDER in der Hand und lasen die einleitenden Sätze zum Film »Die Frau des Zeitreisenden«. Was hat es also nun mit dieser Frau und deren Mann auf sich? Fuhren sie mit der 61 vom Willi-Ermer- zum Körnerplatz oder eher nicht? Zu den Fakten: Nach der Romanvorlage von Audrey Niffenegger entstand dieser romantisch herzige Film in der Regie des Stuttgarters Robert Schwentke und in der Produktion des Shawneers Brad Pitt. Seit Clare (Rachel McAdams) ein Kind ist, besucht sie Henry (Eric Bana), einen Zeitreisenden. Aber nicht wie sonst üblich nutzt Henry keinen umgebauten De Lorean oder ähnliches Gerät, sondern ihm widerfahren Zeitreisen genetisch bedingt und unwillkürlich. Obwohl Henry keinen direkten Einfluss darauf hat, wohin die nächste Reise führt, endet er aber meist an Orten, an denen er bereits war, bzw. an die er noch kommen wird. So kommt es natürlich, wie es in einem Romatic-Fiction-Film kommen muss: Die Liebe hält Einzug ins Geschehen. Was aber tun, wenn der Geliebte immer wieder auf unvorhergesehene Weise verschwindet und wieder auftaucht? Nun wird das für die meisten Frauen keine so unbekannte Situation sein, nur Henry raucht nicht und kann wirklich nix dafür. Dummerweise passieren diese im Prinzip unwillkürlichen Wanderungen auch noch meist in der Verbindung mit Stress. Das muss man sich mal vorstellen. Auch Sexualität ist ja mit gewissem Stress verbunden. Da is man gerade so richtig schön beim Zin Zin machen, und bums liegt man allein im Bett wie eine geprellte Hutschke. Kann also Clare´s Liebe dieser Herausforderung standhalten und wird sie ihren Traum von der großen Liebe leben dürfen? Auflösung dieser brennenden Frage unserer Zeit nach dem Erwerb eines Kinobillettes an der Kasse des von Ihnen gewählten Kinotheaters. Viel Spasss.
Ray van Zeschau