Vorstadtkrokodile

Abenteuer/Jugend, Deutschland 2009, 83 min

Im Jahre 1970 erschienen, verkaufte sich der Roman »Vorstadtkrokodile« mehr als 800.000 mal, wurde als Hörbuch umgesetzt, in Lehrpläne aufgenommen und 1977 vom WDR verfilmt. Sozusagen, doch recht erfolgreich, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich jemand des Stoffes annimmt und ihn endlich zeitgemäß umsetzt. Dieser Jemand ist Christian Ditter (»Schwedisch für Anfänger«) der die Geschichte rund um Hannes und seine Freunde neu der Öffentlichkeit näher bringt. Hannes ist zehn Jahre alt und lebt bei seiner Mutter (Nora Tschirner). Wie es in dem Alter (und später natürlich auch) so ist, sehnt er sich nach nichts anderem als sozialer Akzeptanz. Die hätte er nicht nur gern von irgendwelchen befremdlichen Langweilern, sondern gleich von der coolsten Bande Jugendlicher der näheren Umgebung - den Vorstadtkrokodilen. Dass dieser Klub der coolen Leute natürlich nicht jeden rein lässt bzw. aufnimmt, liegt auf der Hand. So wird Hannes auf eine Mutprobe geschickt, die für ihn leider in Lebensgefahr endet. Glücklicherweise wird er im letzten Moment noch von Kai gerettet. Dieser sitzt im Rollstuhl und ist bei den Krokodilen eher unpopulär, da er ja im Ernstfall (dem Erwischtwerden) nicht einmal wegrennen könnte. Doch auch Kai möchte ein Krokodil sein und findet auch noch eine Möglichkeit, dies zu schaffen. Wäre ich um die sechzig, würde ich sagen »Vorstadtkrokodile« ist ein Film über vorpubertäres Chaotentum und die Gefahren des Gruppenzwangs. Bin ich aber nicht und deshalb handelt es sich hierbei um nichts anderes als ganz großen Heranwachsendenspaß - auch für Eltern.
Julio Espin