Doomsday - Tag der Rache

Action/Science-Fiction, Großbritannien 2008, 109 min

Eigentlich ist dieser Film eine Frechheit und dürfte aufgrund seiner sinnfreien Gewaltdarstellungen erst ab 30 freigegeben werden.
Anders ist sonst einer immer größeren Verroh- und Verblödung unserer Jugend nicht Einhalt zu gebieten…. aber Sie haben natürlich recht, es gibt auch genug zurückgebliebene 30er, die solch einen Film ebenfalls nicht richtig einzuordnen wüssten. Also ruhig Rübe runter und sich dem Dummsday zugewandt, und da wir gerade bei 30 sind, soviel Millionen hat auch der Film gekostet. Da dieser Betrag aber offensichtlich Regisseur Neil Marshall zu wenig erschien, hat er erst gar nicht seinen 38-jährigen Kopf angestrengt, geschweige denn einen ordentlichen Drehbuchautor von dieser müden Summe finanziert. Stattdessen sah man Mr. Marshall vor ca. 5 Jahren auf der Wilsdruffer Str. sich »Die Klapperschlange«, »Mad Max« und »28 Days Later« ausleihen. Seitdem wurden diese Leihvideos dort nie wieder gesehen. Auch nie wieder gesehen wurde ein Mixer der Marke Apexa Silverline aus der Haushaltabteilung des Zentrum Warenhauses. Seit der Premiere von »Doomsday - Tag der Rache« wissen wir nun auch endlich warum. Ein aus dem offensichtlichen Nichts kommender Virus Namens „Reaper“ befällt erst Glasgow und weitere große Teile der Bevölkerung Schottlands. Da die Regierung von Großbritannien der tödlichen Seuche nichts entgegenzusetzen hat und sie sich auf weitere Länder auszubreiten droht, errichtet sie gleich um ganz Schottland so etwas wie eine Berliner Mauer. Keiner darf rein, geschweige denn raus. (Okay, in Berlin war es bisschen anderes herum). Wer es doch versucht, wird wie gehabt erschossen. Die Eingeschlossenen bleiben mit ihrem Schicksal allein. Der grausige Plan scheint aufzugehen, bereits nach wenigen Monaten gibt es hinter den Mauern kein Lebenszeichen mehr und das Areal versinkt in den Schlaf des Vergessens. Erst als nach 27 Jahren plötzlich das Virus mitten in London ausbricht, entsendet man eine Spezialeinheit, allen voran Eden Sinclair (Rhona Mitra), ein heldisch weiblicher Mix aus Lara Croft, Snake Plissken und so weiter, in die Todeszone, wo es den Satellitenaufnahmen nach und Dank den in die Highlands zurückgezogenen Forschungen Dr. Kanes (viel zu kurz Malcolm McDowell) doch noch Überlebende geben soll. Aber keiner weiß, was ihnen hinter dem Bollwerk des tödlichen Vergessens blüht. Dem Kenner der Materie schon. Mad-Max-pöbelige Cyperpunks im Donnerkuppeloutfit, die schon mal einen fein angegrillten Herrn zum 3:00-Uhr-Tee vorziehen statt einer Tüte Chicken Wings mit After Eight-Splitter. Na ja und der Rest ist dann halt ein atemloses Rums, Pengs, Spritz und Splatter-Inferno bis die Luzie lacht und der nächste Rentner in der U-Bahn ein paar auf den Ballon bekommt. Da bleibt mir nur noch zu wünschen: Free Nelson Mandela.
Ray van Zeschau