Polumgla - Halbdunkel

Drama, Russland/Deutschland 2005, 100 min

Winter 1944: Kriegszeit. Der russische Leutnant Grigorij Anjuchin kann keinen Krieg mehr führen, weil er verletzt ist. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus wird er zur Bewachung deutscher Gefangener abkommandiert. Dabei muss er seinen Hass überwinden lernen. „Seine“ Gruppe wird in das Dorf „Halbdunkel“ im Norden geschickt. Die Bewohner treten den Deutschen ablehnend gegenüber, denn viele haben im Krieg ihre Verwandten verloren. Aber mittlerweile haben sie sich an die vielen Fremden im Dorf gewöhnt und lassen diese trotz ihres Hasses in ihren Häusern wohnen. Mit der Zeit setzen sich bei ihnen Mitleid und sogar Liebe zu den Fremden durch. Dieser Film erzählt über das, was die Leute unterscheidet, was sie zusammenfügt trotz schwieriger Situationen und persönlicher Schicksale. „Dieser Film erzählt nicht nur über den Krieg, sondern über menschliche Beziehung“ sagt Regisseur Artem Antonov. Die Dreharbeiten fanden in der kleinen Ansiedlung „Bor“ statt. In dieser Ansiedlung existieren noch Traditionen der Volkskultur. Die Häuser erinnern an russische Märchen. Die Leute leben so wie damals. „Diese Gegend war vom Krieg verschont. Für die Bewohner war der Krieg irgendwo ’außerhalb der Welt’, wohin ihre Männer gegangen sind, aber nicht mehr zurück gekehrt sind“ - sagt Dmitri Baranow, ein Berater der Filmcrew und Mitarbeiter des ethnographischen Museums Russlands. Eine wichtige Rolle spielt die Szene zum Fest „Svjatki“. Das ist ein religöses Maskenfest, an dem traditionell alle Bewohner des Dorfes mitmachen können. Es gab auch eine Maske von Hitler, die das Böse symbolisierte. Denn die Bewohner dachten, wenn sie über ihn lachen, können sie ihn besiegen. Und lassen auch die fremden Deutschen mitmachen. Damit geben sie ihnen das Recht, an der Seite der Herren des Dorfes zu leben. Die Rollen der Gefangenen spielen deutsche Schauspieler. Darunter Axel Schreck, dem das Thema Krieg sehr nahe ist, da sein Opa in russische Gefangenschaft geraten und 10 Jahre Lager überlebte. Der Produzent Igor Kaljonow sagte über »Halbdunkel«: „Dieser Film wurde von jungen, talentierten Autoren gemacht, die zu der neuen Generation des russischen Kinos gehören. Die frei von ideologischen Klischees über diese tragische Geschichte erzählen und dabei neue Wege suchen.“
Der Film wurde mit der Silbernen Iris für das beste Debüt auf dem „Neuen Montreal - Kinofestival“ und auf dem 13. Festival des russischen Kinos „Fenster in Europa“ ausgezeichnet.