King Kong

Abenteuer/Fantasy, Neuseeland/USA 2005, 180 min

Mann oh Mann, was mussten wir uns nicht in Demut gedulden, bis uns Mr. Kino himself einen neuen mehrfach-erdkugelumspannenden Streifen zu Auge und Ohr darbrachte. Peter Jackson erfüllte sich mit dem Remake von »King Kong« einen Kindheitstraum. Ohne dieses Werk von 1933 wäre er vielleicht Wurstbudenbesitzer oder Schnittendieb geworden, was nicht weiter gestört, uns aber nicht viel genützt hätte. Außer vielleicht bei einem Urlaub auf Neuseeland. Dort sind dann Mr. Jackson und seine bewährte Ring-of-Fire-Crew auch geblieben, um dieses hervorragende Filmspiel in Szene zu setzen. Wie schon in „Lord of Sie wissen schon“ bleibt Peter dem Original so dicht wie möglich auf den Fersen. In den 30er Jahren macht sich ein Team von abenteuerbelustigten Filmfreaks auf den Weg zur sagenumwitterten Insel Skull Island, auf der, wie es die Legende erzählt, der etwas überdimensionierte Gorilla Kong leben soll. Das ist natürlich ein hervorragender Ort, um wertvolles Zelluloid mit reißerischen Bildern zu veredeln. Schnell muss die Belegschaft jedoch der Realität ins zornig schwarze Affenauge blicken um festzustellen, dass es sich hier nicht um den später im Dresdner Zoo verstorbenen schwarzen Gemütling handelt, sondern um den tatsächlich existierenden, über 9 Meter großen Gorilla der Kategorie Super Size, der die ungebetene Anwesenheit der Filmfritzen nicht sehr prickelnd findet. Da die Insel viechermäßig sehr an die von »Jurassic Park« erinnert, haben die Kollegen Filmschaffenden nicht nur Herrn Silberrücken zu fürchten. Erst als Kong der wunderschönen Hauptdarstellerin (Naomi 500 Watts) des Films gewahr wird und sich in sie verknallt, gelingt es der Crew, den Riesengorilla zu überwältigen (Weiber). Als die Sensation nun nach New York verfrachtet und gebondaged dem staunenden US-Publikum vorgeführt wird, ist es dem Gorilla definitiv zu bunt. Hervorragende Kinokost, die Gott sei´s gelobt mit nicht ganz so viel irreführendem Kreaturenkram zu begeistern weiß. Da wünscht man sich gleich einen Dresden-Kong, der z.B. den Blödsinn am Postplatz zerbröselt.