Fitzcarraldo

Drama, BRD/Peru 1981, 158 min

1981 fand sich das „Duo infernale“ zusammen, um Herzogs Novelle »Fitzcarraldo« zu verfilmen.
Von der Idee besessen, eine große Oper in das noch unberührte Gebiet des Amazonas zu bringen, leitet “Fitzcarraldo” Klaus Kinski ein gefährliches Unternehmen in die Wege. Ausstaffiert mit Bühnendekoration für eine Verdioper, Kostümen und dem notwendigen Personal, setzt sich ein Dampfer Richtung Urwald in Bewegung. Da sich die Weiterfahrt als unmöglich erweist, beschließt er, von einer Laune des Wahnsinns getrieben, den Amazonasdampfer über eine unpassierbare Urwaldhöhe zu transportieren, um auf der anderen Seite des Berges den Weg in einem Seitenarm des Amazonas fortzusetzen.
Wo andere sich mit einer Attrappe begnügt hätten, ließ Werner Herzog Hunderte von schlecht bezahlten Indio-Statisten einen 40 Meter langen, 300 Tonnen schweren alten Dampfer mit Seilwinden einen eigens zu diesem Zweck gerodeten Berg hinauf ziehen. In langwierigen Vorbereitungen und mit der Unterstützung vor allem der Indianer wurden diese Szenen vor Ort gedreht (der Vorwurf, Herzog habe Indianer schlecht behandelt, der damals durch die Medien geisterte, wurde übrigens durch Vertreter von amnesty international entkräftet). Es gibt in »Fitzcarraldo« keinen „doppelten Boden“, keine Tricks, keine Spezialeffekte, alles ist echt.
Werner Herzog sah in diesem Film ein Experiment besonderer Art. Ein schöpferischer Akt jenseits der gängigen Klischees vom durchdachten Drehbuch. Auf der einen Seite stand Klaus Kinski als ein unbezwingbarer Charakter, versehen mit einer klaren Vision und auf der anderen Seite stand der Berg. Die Realisation dieses abenteuerlichen Kraftaktes wurde zum Mittelpunkt des Filmes. Im Verlaufe der Dreharbeiten verschmolzen Realität und Fiktion miteinander, denn nur noch Kinski glaubte an die Durchführbarkeit und das erfolgreiche finale grosso.