Weggehen und Wiederkommen

Kriegsdrama, Frankreich 1985, 117 min

Gewohnt sperrig führt Lelouch ein, der kantige Prolog dient zur Vorstellung der Figuren (und wie so oft bei Lelouch der Nennung der sie gebenden Darsteller), es geht von der Gegenwart, in der die Schriftstellerin Salomé Lerner ihr neues, biographisch gefärbtes Buch vorstellt, in dem sie vom Verlust und der 40 Jahre späteren Reinkarnation ihres Bruders, eines talentierten Rachmaninow-Pianisten, schreibt, hin zu einer feiernden Runde, bei der sich die Protagonisten uneins sind, ob es nur das Ende des Sommers oder doch der Beginn des Zweiten Weltkrieges ist. Beides tritt ein, Salomés jüdische Familie wird hinterhältig von der Concierge verraten und muss über Nacht vor der Gestapo aus Paris fliehen. Sie kommt bei engen Freunden auf dem Land unter. Doch auch dort ist sie vor Denunziation nicht sicher, die Wehrmacht verschleppt sie, und Salomé wird die einzige sein, die das KZ lebend verlässt.
Lelouch gelang ein rührendes Werk über Mut und Feigheit, Verrat und Verzeihen. Das ambivalente Spiel der unvergleichbaren Annie Girardot lässt eine wahrlich große Schauspielerin schmerzlich vermissen.
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