In This World

Drama, Großbritannien 2002, 90 min

Die beiden afghanischen Cousins Jamal und Enayat leben in einem Flüchtlingslager in der pakistanischen Stadt Peshawar. Enayats Familie beschließt, ihn nach England zu schicken, um so ihm und der Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Jamal gelingt es durch seine Überredungskünste und dank seiner englischen Sprachkenntnisse, die Familie zu überzeugen, ihn gemeinsam mit Enayat gehen zu lassen. Die beiden gehören nun zu den rund eine Million Flüchtlingen pro Jahr, die ihr Leben in die Hände von Menschenschmugglern legen. Ihre Reise geht über Pakistan, Iran, Kurdistan und die Türkei, Italien, Frankreich schließlich nach Großbritannien. Sie ist von unsäglichen Entbehrungen, Rückschlägen und tödlichen Bedrohungen geprägt. „Warum sind unsere Reaktionen auf diese Menschen so ablehnend und feindlich, wenn sie hierher kommen? Vielleicht wären wir mitfühlender, wenn wir mehr über deren Erfahrungen auf dem Weg hierher nachdenken würden“ , sagt der Brite Winterbottom zu seinen Beweggründen, diesen Film zu drehen. Obwohl es sich um einen Spielfilm handelt, verleihen die dokumentarische Bildsprache und die Authentizität der Originalschauplätze, an denen gedreht wurde und wo oft genug auch die Filmcrew große Schwierigkeiten überwinden musste, dem Film eine starke emotionale Wirkung.
Der Goldene Bär der Berlinale 2003 war der Lohn für diesen ehrlichen und mutigen Film. Viele Besucher und viel Nachdenken wären noch besser. Sollten wir nicht lieber Millionen in die Infrastruktur der armen Länder investieren, um ihnen zu helfen, als Milliarden, um sie zu bombardieren? Aber so etwas geht ja nicht in die klugen Köpfe von Bush & Fischer & Co. Lieber schicken wir ein paar Soldaten mehr in den Irak. f.a.