Montag Morgen

Komödie/Drama, Frankreich/Italien 2001, 120 min

Vincent scheint wie gefangen. Seit Jahren lösen sich aufs Nötigste reduzierte Bewegungen, Gewohnheiten und Routine mit einander ab. Egal ob Job, Nachbarschaft oder Familie, alles scheint so perfekt zu funktionieren, als bedürfe es der eigenen Teilnahme überhaupt nicht mehr. Der Pfarrer würde weiter den Frauen nachgaffen, der Briefträger die Post lesen und das seltsame Krokodil ginge weiter im Dorf spazieren. Der Wunsch nach einem anderen Leben als dem Eigenen drängt sich ihm eines Tages auf und er schlüpft aus seinem kleinen Hamsterkäfig. Verlässt das Laufrad und begibt sich nach Venedig. Eher zufällig gelangt er dorthin, wo schon Rosalba Brot und Tulpen fand.
Der georgische Regisseuer Otar Iosseliani lässt seinen Vincent einmal im Kreis gehen und dann wieder dort ankommen, wo der glaubt losgegangen zu sein. Mit Witz und Leichtigkeit inszeniert er die Geschichte Vincents, der scheinbar nur von einem Laufrad ins nächste steigt. Doch er handelt dabei ganz nach Iosselianis Maxime: „Egal ob wir die Welt verändern (können) oder nicht - auf den Versuch kommt es an“. Iosselianis Versuch brachte ihm bei der Berlinale 2002 zumindest den Silbernen Bären ein.
Weil Vincent in Venedig nicht nur Wein und Gesang begegnen, sondern ebenderselbe Wecker, der um 5.00 Uhr am Montag Morgen klingelt , kehrt er irgendwann nach Hause zurück. Zu denen, die sich „ein Venedig“ auch weiterhin versagen werden. Und spätenstens hier bemerkt er seine von der Reise prall mit Lebensmut gefüllten Taschen.