Vinzent

Drama, Deutschland 2004, 93 min

Vincent (Detlef Bothe - „Schlafes Bruder“) verliert gleich die Nerven. In einem Mietshaus sucht er seine Freundin, die er zuletzt dort in einem Nachbarfenster gesehen hat. Sie hatte auch nach ihm gerufen, oder ? Er ist nicht der Held, nicht selbstbewusst, nicht mutig und tritt auch nicht entschieden auf, wenn er etwas vorhat. Aber er bemüht sich, wobei sich scheinbar alles gegen ihn verschworen hat. Die biederen Mieter, das Grau des Hauses. Durchgeknallte Freaks, die eine undeutbare Existenz fristen. Mit kleingeistigen Intrigen hat er zu kämpfen, ein diffuses Geflecht aus vorenthaltenen Informationen machen ihm zu schaffen und die offenbar kriminellen Machenschaften eines Arztes.
Wo kamen die Stimmen her ? Wie kommt Grimaldi (Thomas Bestvater) so schnell hier runter? Ist Lena (Anna Thalbach, »Der Untergang«) wirklich auf seiner Seite? Hinter jeder Ecke wartet statt einer Antwort eine neue Frage. Nichts scheint mehr so zu sein, wie es zunächst den Anschein hatte. Ist er überhaupt Vincent?
Was den Zuschauer mehr und mehr in ein Stadium des Unwohlseins treibt, ist die spielerische Leichtigkeit des Bedrohlichen, Klaustrophobischen, Kafkaesken. Ayassi (Buch und Regie) schafft es, dass sich die Angst nahezu mit den Händen fassen lässt, obwohl der Film vollkommen auf Schock - und Horrorinszenierungen verzichtet. (Kameramann des »Victor Klemperer - Die Tagebücher«) Dreifach ausgezeichneter Film, nicht alltägliches Kino!