Das deutsche Kettensägenmassaker

Komödie/Horror, BRD 1990, 63 min

Sie kamen als Freunde und wurden zu Wurst. So die Unterzeile zu Christoph Schlingensiefs Wiedervereinigungskommentar. Und es kommt, was kommen muss, die Kettensäge wird angeworfen und hört kaum wieder auf…
3. Oktober 1990 - Clara beseitigt ihren Leipziger Ehemann und fährt mit ihrem Trabi über die noch immer von verwirrten und hysterischen Zöllnern provisorisch verteidigte Grenze. Eine aktive Lesbe bewahrt sie zunächst davor, in der dortigen Wurstfabrik von ihren Verwandten sofort verarbeitet zu werden.
Abgefahren und trashig sorgte der Enfant Terrible des deutschen Films für einen zwar nicht ganz ernst gemeinten aber durchaus der damaligen Einstellung einiger Weniger geschuldeten Blick auf die Einheit - als bluttriefender, kannibalistischer Akt der Einverleibung des Ostens durch den Westen. Doch egal wie man das Ereignis beurteilt, Schlingensief schuf einen durchgeknallten Film mit anspruchsvoller Besetzung, darunter Udo Kier und Alfred Edel, mit hohem Spaßfaktor.
Das Feuilleton jubelte - „Ein riesiger Spaß. Hart, laut, dreckig und ehrlich.“ (Die Zeit) - dem Publikum war es (fast) egal. »Das deutsche Kettensägenmassaker« reiht sich als der zweite Teil in Schlingensiefs Deutschland-Trilogie (1. Teil: »Hundert Jahre Adolf Hitler«, 3. Teil: »Terror 2000«) ein.