Sumo Bruno

Komödie, Deutschland 2000, 99 min

Ein eher ungewöhnlicher Heimatfilm erwartet uns mit Sumo Bruno. Gedreht vor einem Jahr in Riesa am Rande der ersten Sumo-WM außerhalb Japans, kann man jetzt Boomtown Riesa von einer ganz anderen Seite, in einer warmherzigen Geschichte über liebenswerte Außenseiter erleben. Mit Oliver Korittke, Julia Richter und Martin Seifert ist der Film hervorragend besetzt.
Der dickste Mann von Riesa und sicher auch der einsamste ist der 200 Kilo schwere Bruno Nestroy (Hakan Orbeyi). Arbeitslos seit zwei Monaten, bleibt dem ehemaligen Schrankenwärter nichts weiter, als sich in seinem Bahnwärterhaus zu verkriechen, Chips und Currybouletten futternd, und so zu tun, als sei er nicht zu Hause, wenn mal wieder der Gerichtsvollzieher klingelt. Seinem Kumpel Kalle (Oliver Korittke), einem liebenswerten Chaoten, geht es auch nicht besser - abgebrannt und ständig seine Jobs verlierend. Doch Kalle hat `ne Idee. Erstmalig wird eine Sumo-WM außerhalb Japans stattfinden und ausgerechnet in ihrem Kaff Riesa. Und dem Sieger winken 50 000 Mark. Und so beginnt das umwerfende Pärchen nach einigen Startschwierigkeiten mit den Wettkampfvorbereitungen. Jeder auf seine Weise und unter Einbeziehung von Freunden, aber auch windigen Gestalten. Und am Ende werden die Underdogs zwar nicht die strahlenden Sieger sein, aber genug Selbstachtung und Erfolg erreichen. Und auch Liebe wird für Bruno kein Fremdwort mehr sein…
Lenard Fritz Krawinkel gelingt in seinem Spielfilmdebüt eine unterhaltsame und leichte Tragikkomödie. Eine Geschichte, angesiedelt in der Provinz, aber mit realistisch überhöhten Typen, die trotz oder gerade wegen ihrer Macken genügend Selbstbewusstsein entwickeln, um die Welt aus den Angeln zu heben. Liebevoll und optimistisch. Eben so heiter und skurril, wie das Leben nur sein kann.