Tiger & Dragon

Historienfilm, Hongkong/Taiwan/USA 2000, 120 min

Ob »Sinn und Sinnlichkeit«, »Der Eissturm« oder sein erst jetzt in den deutschen Kinos erscheinendes Bürgerkriegsepos »Ride with the Devil« - die Filme des 1954 in Taiwan geborenen Ang Lee zeichnen sich stets durch Qualität und Niveau aus.
In »Tiger and Dragon« lernen wir ihn jetzt zudem noch von einer völlig neuen Seite kennen. In seinem ersten rein chinesischen Film seit »Das Hochzeitsbankett« verknüpft Lee zwei wundersame Liebesgeschichten zu einem bildgewaltigen, abenteuerlichen Epos vor der eindrucksvollen Kulisse des alten China. Hier verbindet den Martial-Arts-Künstler Li Mu Bai (Chow Yun Fat) und seine in der Kampfkunst ebenso versierte Freundin Yu Shu Lien (Michelle Yeoh) eine unglückliche und deshalb heimliche Liebe. Und auch die junge Gouverneurstochter Jen (Zhang Ziyi) versucht vergeblich, sich von den Zwängen der Tradition zu befreien. Als maskierter Dieb stellt sie nachts ihr kämpferisches Talent unter Beweis und träumt vom freien Leben der Martial-Arts-Künstler. Ganz sicher hätte ihre Liebe zu dem Banditenanführer Lo eine Zukunft, wäre da nicht die arrangierte Ehe durch ihre Eltern. Über die Verfolgung der ruchlosen Mörderin Jade Fox lernen sich die beiden Liebespaare am Ende der Zivilisation kennen. Das Schicksal stellt sie vor eine schwerwiegende Entscheidung über Leben und Tod… Spektakulär und aufwändig an Originalschauplätzen in ganz China gedreht, überliefert Lee in »Tiger and Dragon« ein Stück alter und ferner Kultur. Seit der Zeit der großen Tao-Schulen lagen die Schwerpunkte der Martial-Arts-Künstler ebenso auf körperlichem Training wie auf der geistigen Vervollkommnung. In überwältigend schönen Landschaftsaufnahmen verführt ein durchweg sehenswertes Darstellerensemble zu einer magischen Reise in eine Welt der Abenteuer und Träume, der Werte und der Liebe. Für die erstklassigen Kampfszenen war sowohl technisch als auch choreografisch das Multitalent Yuen Wo-Ping verantwortlich, der auch Keanu Reeves in The Matrix betreut hat.