Exit 8
Als Uwe Boll, Deutschlands bester Regisseur, noch Videospielverfilmungen drehte, die so klangen, als hätte jemand einen 80er Jahre Videorekorder gegen eine Wand geworfen, war klar: Trash ist Kult. »Exit 8« zeigt nun, wie man denselben Spirit in die Gegenwart holt, nur eben mit Stil, Neonlicht und einem einzigen U Bahn Tunnel, der so präzise nachgebaut wurde, dass sogar die Anzahl der Wandkacheln stimmen könnte. Das Konzept bleibt dem Indie-Spiel treu: Ein junger Mann läuft immer wieder durch denselben Tunnel. Links Poster, rechts Türen, und jedes Mal kommt ihm derselbe Typ mit Aktentasche entgegen. Die Aufgabe: Anomalien erkennen. Wenn etwas nicht stimmt, sofort umdrehen. Wenn alles normal ist, weitergehen. Ein Horror-Loop, der sich anfühlt wie ein Escape Room für Menschen, die sich schon beim Einsteigen in die U-Bahn verlaufen. Regisseur Genki Kawamura ergänzt das Ganze um einen angenehm verschrobenen Unterbau, der die Ängste eines werdenden Vaters ins Zentrum rückt. Das ist überraschend emotional, aber immer mit dem Gefühl, dass hinter der nächsten Ecke etwas lauert, das man lieber nicht sehen möchte. Nicht unähnlich des Genre-Kumpels »Backrooms«. Exit 8 ist ein minimalistischer Mind Twister, der zeigt: Manchmal reichen ein Tunnel, ein Mann mit Aktentasche und die Frage „War das eben schon so?“ - und schon ist man drin im Horror. Willkommen auf dem täglichen Weg zur Arbeit.
José
Buch: Kotake Create, Kentaro Hirase, Genki Kawamura
Regie: Genki Kawamura
Darsteller: Kazunari Ninomiya, Yamato Kôchi, Naru Asanuma, Kotone Hanase, Hirota Ôtsuka, Tara Nakashima
Kamera: Keisuke Imamura
Musik: Shouhei Amimori, Yasutaka Nakata
Produktion: AOI Promotion, Tōhō-Studio, Story
Bundesstart: 13.08.2026
Start in Dresden: 13.08.2026
FSK: ab 12 Jahren