Block 10

Drama, Deutschland 2026, 103 min

Auschwitz 1943. Diesem Film wird die Anmerkung vorangestellt, das hier Gezeigte sei keine Darstellung sondern Realität. Hier braucht es eine Triggerwarnung. Hier ist das Grauen. Das zuletzt bei „The Zone Of Interest“ als Metapher daherkam. Hier müssen wir uns wieder auf die andere Seite des Stacheldrahtes begeben. In den Block 10, der als Versuchsstation für „medizinische Forschungen“ eingerichtet wurde. Dieser Block wird dem Gynäkologen Dr. Carl Clauberg (Axel Prahl) zur Verfügung gestellt, der hier an der industriellen Vereinfachung der Zwangssterilisation von „fortpflanzungsunwürdigen Frauen“ arbeitet. Stolz wird er noch im selben Jahr verkünden, er könne mit seiner Formalin-Injektion „höchstwahrscheinlich mehrere hundert, wenn nicht gar 1000 - an einem Tage“ sterilisieren. Zur Mitarbeit gezwungen werden der jüdische Funktionshäftling Dr. Maximilian Samuel (Christian Berkel) und die französische Ärztin Adélaïde Hautval (Bibiana Beglau). Er kollaboriert, weil die Vergasung seiner Tochter droht. Sie arbeitet nur solange mit, bis sie die systematischen Verstümmelungen mittels Röntgenstrahlung erkennt. Beide finden sich in dem Graubereich von Opfer und Täter wieder, der systematisch von den Nationalsozialisten so geplant und eingefädelt wurde. Und die Frauen? Ihre Namen sind Aliza, Margit, Sara, Sylvia oder Felicja. Ihre Identitäten verlieren sie mit ihren Habseligkeiten und ihrem Haar. Ihre Würde verlieren sie mit der brutalen Nacktheit, unter der sie vom ersten Moment an in Block 10 zu leiden haben, buchstäblich und metaphorisch. Gewidmet ist dieser Film ihrem Mut, den viele von ihnen nicht verlieren. Gewidmet ist er ihrer Angst, die allenfalls ansatzweise nachvollziehbar wird, trotz der schonungslosen Dramaturgie. Gewidmet ist er ihrem unfassbaren Leid, dem in der Kinogeschichte nur ganz selten solch ein Platz eingeräumt wurde.
alpa kino

Buch: Dr. Alice Brauner

Regie: Marcus O. Rosenmüller

Darsteller: Christian Berkel, Axel Prah, Bibiana Beglau, Moritz Führmann, Johannes Zirner, Marta Sroka, Louise Aschenbrenner, Lena Kalisch

Kamera: Peter Krause

Produktion: CCC Cinema, Television GmbH

Bundesstart: 05.11.2026

Start in Dresden: 05.11.2026

FSK: ab 16 Jahren