TRAILER

H wie Habicht

Drama, Großbritannien 2026

Ich habe nachgesehen, etwa vor zehn Jahren schrieb ich diesen Satz: Souverän spielt die Regisseurin mit mittelgroßen Grenzverschiebungen zwischen Mensch und Tier, … und mit der einhergehenden Verwilderung einer Frau. Damals schloss sich Lilith Stangenberg ein in ihrer Wohnung mit einem Wolf. Hier nun teilt Claire Foy ihr Nest mit einem Habicht. Und ihre Verwilderung ist der hilflose Ausdruck einer großen Trauer. Die junge Naturwissenschaftlerin Helen (Claire Foy) wird vom plötzlichen Tod ihres Vaters (Brendan Gleeson) komplett aus ihrer Lebensbahn geworfen. Gemeinsam verbrachten sie viel Zeit beim Beobachten von Greifvögeln, studierten insbesondere den Habicht als eleganten Einzelgänger und als Freund des Menschen bei der Beizjagd. Da mutet Helens spontane Idee, sich, in ihrer Trauer um ihren Dad, einen jungen Habicht zuzulegen und diesen selbst abzurichten zur Jagd, erst einmal als passabler Ausweg an. Doch einem Wildtier seine ganze Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, noch dazu einem großen Vogel, erfordert etliche Verwerfungen im Tagesablauf, wie in der Möblierung der Wohnung. Sich vertraut machen, heißt sich eine Haut machen. Helen schaltet ihr Telefon ab, gibt der Habichtdame den Namen Mabel, und je mehr Zeit Helen mit ihr verbringt, desto deutlicher zeigen sich Risse in ihrem sozialen Gefüge. Statt in Cambridge ihre Studentinnen zu unterrichten, geht sie auf Fasananjagd, vernachlässigt ihre Familie und blickt ein ums andere Mal wehmütig ihrem Vogel nach, der so war, wie sie gern sein wollte. Frei und wild. Und doch abhängig von ihr… Der internationale Bestsellerroman „H wie Habicht“ der britischen Autorin Helen Macdonald beschrieb 2007 eindrücklich ihren letztlich gescheiterten Selbstversuch, gemeinsam mit ihrem Habicht der drohenden Depression davonzufliegen. In einem vergleichbaren Moment des Verlustes um ihren Vater las die britische Regisseurin Philippa Lowthorpe den Roman, noch ganz ohne Ambitionen, und befand sich kurz darauf mitten in den Dreharbeiten mit zwei handaufgezogenen Vögeln der Naturfilmer Lloyd und Rose Buck, welche hier, gemeinsam mit der durchaus als Falknerin talentierten Claire Foy, die Hauptrollen spielen.
alpa kino

Buch: Emma Donoghue, Philippa Lowthorpe

Regie: Philippa Lowthorpe

Darsteller: Claire Foy, Brendan Gleeson, Denise Gough, Sam Spruell, Lindsay Duncan

Bundesstart: 23.07.2026

Start in Dresden: 23.07.2026