American Psycho

Drama, USA 2000, 102 min

Patric Bateman (Christian Bale) fühlt nichts, rein gar nichts. Er ist Vizechef in der Firma seines Vaters, was ihm reichlich vom benötigten Kleingeld bringt. Wenn Patric von seinem Leben erzählt, hört sich das an wie ein Exkurs in die abgrundtiefen Geheimnisse der Kosmetik. Ansonsten hat er nichts, absolut nichts zu tun. Außer der Beschäftigung mit seinem einzigen Problem: Den Ansprüchen der Gesellschaft zu genügen. Besser sein. Am besten sein. Perfekt sein. Sollte er einmal zwei Worte - immer wieder die selben - falsch in ein Kreuzworträtselgitter eintragen, und seine Sekretärin betritt, rein zufällig versteht sich, das Büro, bekommt er anerkennenden Beifall. Doch wenigstens hat Patric eine Menge Freunde. Leider verwechseln ihn ein paar davon ständig. Auf andere könnte er richtig neidisch ob ihrer hübschen Krawatten werden. Ganz schlimm wird es freilich beim Vorzeigen der neuen Visitenkarten in der Runde: Man kann eben doch das Unwichtigste immer noch blütenweißer gestalten. Irgendwie kommt es dabei zum ersten Mord. Dann zu einem zweiten, einem dritten und so weiter. Und weil immer die anderen die Verrückten sind, glaubt ihm nicht einmal die Polizei, dass er es tatsächlich war. Aber war er es denn überhaupt? Gerade weil diese Geschichte im Reich der Fantasie angesiedelt ist, was ähnlich wie im titelgebenden Roman von Bret Easton Ellis nur in ganz wenigen, ja sogar versteckten Szenen deutlich wird, wirft der Film von Regisseurin Mary Harron (»I Shot Andy Warhol«) ein satirisch-hartes Licht auf den Zustand einer paranoiden Gesellschaft. Dabei wird offene Kritik erfolgreich vermieden. Vielmehr wird an einer feinen Linie zwischen Horror und Humor ein wunderbar fatal gestaffeltes Bild gezeichnet, dessen Entschlüsselung bewusst dem Zuschauer überlassen bleibt…