TRAILER

Ich bin dein Mensch

Drama, Deutschland 2021, 108 min

Ja, witzig sind sie, die Programmiererinnen der Firma Terrareca. Ihr neuester Prototyp schnarcht, sortiert wissenschaftliche Publikationen nach Farben und versteckt seine anfangs noch etwas steifen Algorithmen hinter einem britischen Akzent. Die brisante Versuchsanordnung Mensch vs. Maschine, der sich Maria Schrader als Regisseurin hier feinsinnig angenommen hat, beginnt mit einem charmanten Fehlstart. Tom, ein eigens auf Frau Dr. Alma Felsers Bedürfnisse zugeschnittener, humanoider Roboter, stolpert unbeholfen durchs erste gemeinsame Date. Während einer formvollendeten Rumba gelangt sein Betriebssystem wegen des nicht enden wollenden romantischen Gesäusels an die Kapazitätsgrenze. Seinen Menschen glücklich zu machen, lautet Toms oberste Spielregel. Alma Felser ist not amused. Sie würde wohl eher einen beherzten Sprung zur Seite machen, läge das Glück vor ihr auf der Straße. Skeptisch willigt sie ein, Tom drei Wochen auf Herz und Chip zu testen und der Firma im Anschluss ein Gutachten zu erstellen. Die alleinstehende Wissenschaftlerin arbeitet gerade an einer Veröffentlichung über die Anfänge von Poesie in alten Keilschrifttafeln, pflegt ihren dementen Vater und bietet dem Großstadtleben in Berlin ansonsten kaum irgendeine Reibungsfläche. Auf der Einweihungsfeier ihres Ex Julian mit einem gutaussehenden, britischen Kollegen aufzutauchen, den sie auf irgendeinem Kongress kennengelernt haben will, ist so ungefähr das Verrückteste, was man Alma zutrauen kann. Kurz zuvor war es Tom gelungen, Alma binnen weniger Millisekunden Rechenaufwandes unglücklich zu machen, indem er ihre Forschungsarbeit als obsolet darstellte. Und dann signalisieren ihm seine Sensoren auch noch die Schwangerschaft von Julians neuer Flamme. Jetzt helfen nur noch Sarkasmus und Alkohol. Und eine Schulter zum Anlehnen. Doch dieser romantische Opportunist Tom versteht ja rein gar nichts von ihrem Kummer …
Emma Braslavsky, die Autorin der Kurzgeschichte „Ich bin dein Mensch“, stößt eine zeitgemäße Debatte an über den Stellenwert von menschlichen Empfindungen, die Bedeutung des Scheiterns und die Kraft der Sehnsucht.
Rollo Tomasi