Stilles Land

Drama, Deutschland 1992, 98 min

„Andreas Dresen hat seine Ausbildung noch zu den DEFA-Zeiten begonnen, hat in seinen Kino- und Fernsehfilmen von dem erzählt, was der Wandel mit den Menschen anstellt. Er ist deswegen ganz gewiss kein Regisseur für Ossi-Themen. Er hat etwas von einem humanistischen Realismus für unsere Kinematografie gerettet, für den es im Westen kaum eine Chance gab. Sich Menschen genauer anzuschauen, Personen und Schauplätzen zu vertrauen, dazu war keine Zeit. Im westdeutschen Film gab es verlassene Menschen auf dem Land und heftige Typen in der Stadt.“ Georg Seeßlen
Zeit zum Wahrnehmen und genauen Hinschauen soll einmal mehr unsere Filmkunst-Matinee im August bieten, in der wir noch einmal Andreas Dresens Erstling »Stilles Land« aus dem Jahr 1992 präsentieren. Die DDR im Herbst 1989: Den jungen ambitionierten Regisseur Kai Finke verschlägt es an ein Provinztheater im hohen Norden. Während draußen das Land zusammenbricht, versucht er mit »Warten auf Godot« neuen Schwung in das resignierte Ensemble und den tristen Kleinstadtalltag zu bringen. Blaue Augen und Missverständnisse bleiben bei dieser Mission natürlich nicht aus…

„Deutschland zur Zeit der Wende mit komödiantisch unbeschwerten Händen angefasst zu haben, ist sicherlich das größte Verdienst des Spielfilm-Debütanten Andreas Dresen. Keine Schwermut, keine Larmoyanz, vielmehr die genaue Beobachtung alltäglicher Details der zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist seine Stärke.“
Berliner Morgenpost, 08.10.92