Wie Männer über Frauen reden

Komödie, Deutschland 2016, 89 min

Dass Männer, wenn es ums Reden über Frauen geht, oft, sagen wir mal „wenig tiefgründige“ Sachen sagen, ist eine Annahme, die Leute wie Mario Barth endlos ausschlachten können. In diesen Szenarien werden Bettgeschichten ausgepackt und Erlebnisse wiedererzählt, die in jedem persönlichen Gespräch mit der Dame in einer Ohrfeige oder Schlimmerem enden würden. Doch nicht alle Männer sind gleich, und so gibt es doch leichte bis starke Nuancen. DJ (Oliver Korittke) zum Beispiel veranstaltet in seinem Bett so etwas wie effizienzoptimiertes Gästemanagement. Kaum ist ein Mädchen ""abgefertigt"", steht die nächste an. Diese sind dabei meist deutlich jünger als er. Dies schiebt er darauf, dass ihn Damen über 30 meist als Loser ohne vernünftiges Einkommen sehen und deswegen kein Interesse an ihm haben. Die Tatsache, dass er sich ranhalten muss, da er sonst für die jungen Mädels ""zu alt"" ist, fände ich persönlich auch nicht abwegig. Sein Kumpel Frankie ist ebenfalls sehr pragmatisch und braucht nicht mal ein Bett. Clubtoiletten sind immerhin nicht umsonst verschließbar. Marco ist ebenfalls abhängig von Frauenkörpern. Lediglich Martini (Frederick Lau) hat langsam genug von den ganzen austauschbaren Körpern und strebt nach etwas mit mehr Nachhaltigkeit.
Mit Charakteren, wie man sie in jeder gutsortierten Kneipe hätte antreffen können, geht es rund um den Umgang der Geschlechter miteinander und was denn wohl wen glücklich macht.
Abschließend darf noch erwähnt werden, dass der Film nicht wie sonst bei deutschen Produktionen üblich, ins zermürbende Getriebe deutscher Filmförderungen geraten ist, sondern komplett selbstfinanziert gedreht wurde. Den i-Punkt, um das Ganze auch ins Kino zu bekommen, bildete eine durchaus erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne. Sieh einer an, das 21. Jahrhundert hält langsam auch in Deutschland Einzug.
José Bäßler

Regie: Henrik Regel

Darsteller: Oliver Korittke, Barnaby Metschurat, Frederick Lau, Kida Khodr Ramadan

Bundesstart: 12.05.2016

Start in Dresden: 12.05.2016

FSK: ab 12 Jahren