Kill Billy

Drama/Komödie, Norwegen/Schweden 2014, 88 min

“Lebst du noch, oder war’s das schon?”, fragt sich Möbelhändler Harold Lunde, als direkt neben seinem Geschäft die größte IKEA-Filiale Norwegens eröffnet. Sein kleiner Laden ""Lunde Furniture"" geht nach dem Run auf die neue Einkaufsmöglichkeit in Nullkommanix pleite. Rasch folgt der soziale Absturz. Das Eigenheim geht zurück an die Bank, die Frau ist krank, die in 40 Jahren ersparte Kohle schnell alle. Harold ist mächtig unter Druck, sein Ausweg schlicht. Rache! Der bodenständige ältere Herr zieht die Plane von seinem alten Saab, besorgt sich eine Waffe und drückt aufs Gaspedal. Er entführt IKEA-Gründer Ingvar Kamprad. Gelingt der dilettantisch ausgeführte Streich auch wider Erwarten, läuft er doch, wen wunderts, aus dem Ruder. Herr Lunde ist eben kein knallharter Typ sondern ein netter Einzelhändler. Bjørn Sundquist bedient in der Rolle des solide Möbel liebenden Racheengels kollektive Rachegelüste am bekannten schwedischen Konzern, kennt doch jeder die Widrigkeiten des Zusammenbaus und das Zerbröseln der Billy-Regale beim Umzug. Oder wie Harold feststellt: “Schrott. Schrott. Und Schrott.” Die verzweifelt komischen Selbstjustizbemühungen des Einzelhändlers sorgen durchgehend für Wonnegrausen und punkten mit trockenem skandinavischen Humor.
Grit Dora