Goldene Zeiten

Komödie, Deutschland 2006, 134 min

Was hat ein Ruhrpott-Film in Dresden zu suchen? Gar nichts. Seit Herbert Grönemeyers Album »Bochum« möchten wir hier im Elbtal nicht wissen, welche Befindlichkeiten dort gerade an der Tagesordnung sind. Und ich möchte hier keine auf lustig gemachten deutschen Filme sehen.
Das können nur gaaaanz gaaaanz wenige. Regisseur Peter Thorwarth gehört definitiv nicht dazu. Selbst Helge Schneider ist da mit seinen kinomatrösen Lichtspielversuchen zutiefst baden gegangen. Also die Latüchte hängt gaaaanz gaaaanz hoch. Was mit Goldene Zeiten vom Stapel gerissen wurde, ist gröbst zellulloidbeleidigend. Der Film ist nur mit einem Konsum vergleichbar, den man durch den Mixer gedreht hat, um am Ende eine leckere Speise hinzubekommen. Dass das nur scheiße schmecken kann, ist ja wohl vorhersehbar. Oder wer möchte gern einen Milka-Tender im Verbund mit irgend einer Monatshygiene serviert bekommen?
Regisseur Peter Thorwarth stopft also alles trotz des Gleichnisses mit dem Konsum in diesen Film. Haufen sinnlose Charaktere (Ich will Ralf Richter nicht mehr sehn müssen), kiloweise Missgeschicke aus dem Lexikon und unerträglichste Verqickungen zwischen dööfsten Erzählsträngen (Ich will Ralf Richter gar nicht mehr sehn.) Was nicht passt, wird mit dem Vorschlaghammer passend gemacht und mit viel vermeintlichem Spass und Dramatik versaut. Es spielen mit: Viele Golfer, ein paar Torten, ein aufhaltender Zuhälter, Russen, vermeintliche Amis und Ralf Richter.
Merken Sie was? Eine Gesellschaft, in der sich alle immer nur bereichern wollen und ohne Rücksicht auf andere ihren Egomanien nachgehen, das kann nicht funktionieren. »Goldene Zeiten« soll das angeblich zum Inhalt haben. Gute Nacht.
Ray van Zeschau