Die Blechtrommel

Drama, BRD/Frankreich 1978, 145 min

Zu den bekanntesten Werken Volker Schlöndorffs gehört »Die Blechtrommel«. Gedreht wurde in Frankreich, in Jugoslawien, in Berlin und in der restaurierten Altstadt Danzigs. Daselbst ist die Geschichte angesiedelt, und zwar in den Jahren 1924 bis 1945: Als Dreijähriger erhält der aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammende Oskar Mazerath (David Bennent) eine Blechtrommel. Er beobachtet scharf seine Umwelt und deren politische Veränderung und verweigert sich schließlich dieser Welt der Erwachsenen, indem er sich die Kellertreppe hinab stürzt und damit aufhört zu wachsen. Oskar steht im Mittelpunkt eines grimmigen deutschen Bilderbogens; aus der Perspektive eines Dreijährigen zeigt Schlöndorff das Kleinbürgermilieu im Danzig der Vorkriegszeit: Spießertum, Feigheit und Mitläufermentalität sind der Nährboden, auf dem der Nationalsozialismus gedeiht - Oskar trommelt vergeblich dagegen an. Der Film wurde mit einem internationalen Schauspieleraufgebot gedreht, zu dem auch Mario Adorf, Katharina Thalbach, Daniel Olbrychski und Charles Aznavour gehörten. Kurz nach der Premiere erlebte »Die Blechtrommel« eine enthusiastische Aufnahme bei Kritik und Publikum. Während der Filmfestspiele von Cannes wurde der Film zusammen mit Coppolas »Apokalypse Now« mit der Goldenen Palme geehrt, überdies gewann er den OSCAR in der Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film, womit diese Trophäe erstmals an einen deutschen Film ging.