Die Friseuse

Komödie, Deutschland 2009, 108 min

Kathi König (Gabriela Maria Schmeide »Die Polizistin«) ist eine auffallend dicke Frau, Friseuse und arbeitslos. Sie wohnt mit ihrer Tochter Julia im auch nicht so schönen Plattenbau in Marzahn.
Ihr Exmann wohnt im ehemaligen gemeinsamen Haus jetzt mit neuer Frau und neuer Tochter. Julia ist peinlich, so eine dicke Mutter zu haben.
Vom Arbeitsamt bekommt sie eine Stelle als Friseurin vermittelt, doch die elegante Chefin des Ladens (Maren Kroymann) schickt sie wieder weg. „Der Friseurberuf ist ein ästhetischer Beruf und sie sind nicht ästhetisch“ bekommt sie zu hören. Kathi will sich aber nicht unterkriegen lassen und findet einen Asia-Imbiss, der demnächst schließt. Dort will sie ihren eigenen Laden eröffnen, eine Unternehmung unter schwierigen Bedingungen. „Schaff ick!“ Auch sonst hat das Schwergewicht einige coole Sprüche zu bieten. Sie lernt die ebenfalls arbeitslose Friseuse Silke kennen, mit der sie inoffiziell ein bisschen schnelles Geld im Altenheim mit Dauerwelle und Silbergrau verdient, was natürlich bald auffliegt. Kathi braucht jetzt Geld.
Widrige Umstände sollen die kleinen kriminellen Deals, auf die sie sich einlässt, rechtfertigen, was aber alles nicht so richtig klappt. Letztendlich kollabiert sie vor Stress. Kann ihr Traum vom eigenen Laden überhaupt noch wahr werden?
In Vorbereitung auf die Dreharbeiten hat sich Doris Dörrie (Regie - »Kirschblüten-Hanami«) selbst mal einen Fettanzug angezogen und sich damit in die Berliner Innenstadt begeben. Auf die Frage, wie sie die Reaktion der Leute empfunden hat, antwortete sie: „Ich war nach wenigen Stunden den Tränen nahe“.
Bettina D. Schneider