Hardcover

Komödie, Deutschland 2008, 93 min

Ein bisschen Spaß muss sein, sagten sich Regisseur Christian Zübert (Lammbock) und Produzent Sönke „Fußball“ Wortmann und haben, glaub ich, ganz gut das Glas gefüllt und den harten Koffer gerockt. Mit dem Kino-Humor macht es sich ja üblicherweise der deutsche Filmschaffende immer etwas schwerer als eigentlich notwendig. Entweder ist dem Einen simpler pupstrockener Humor nicht intellektuell genug oder der andere haut gleich vollkommen unter die Schamhaargrenze des schlichten Mitbürgers und Gerichtssoapguckers. Mal einfach locker dahinspaßen ist nicht Jedermanns Ding und Flimmerkiste.
Christoph (Lucas Gregorowicz) ist 31 und träumt vom großen Durchbruch als Schriftsteller. Mal ein richtig dickes hartgebundenes ernstzunehmendes Teil auf den Markt schmeißen und nicht wie bisher ein paar läppische Groschenromane, die ihn auch nicht zu ernähren vermögen. Deshalb schichtet Christoph auch noch nebenher in einer Autovermietungsbude mit dem vortrefflichen Namen „Imperium“, der eines Tages dreist ein dicker Bii Emm Dabblju geklaut wird. Der Wagen ist fix von der Bullerei gefunden und der Dreistling auch gleich mit dazu. Die hiesige Wache ist stolz und bittet Christoph zur Gegenüberstellung.
Da kommt ihm die rettende karrierevorantreibende Idee. Was, wenn er den Dieb nicht anzählt und stattdessen sich zum Deal in die Welt der Kriminalität einführen lässt. Böse-Mann-Recherche na am bubbernden Puls des Verbrechens. Gedacht getan, der vorbestrafte Autoknacker Dominik (Wotan Wilke Möhring) ist auf freiem Fuß und mit Christoph erstmal im nächsten Glas-Bier-Geschäft. Nach anfänglichem Zögern ist Dominik dann auch bereit, Christoph in die Welt der kriminellen Energie einzuführen. Schnell und fix stellt sich aber raus, dass sein Autodieb bloß ein kleines chaotisch kiffendes Licht im Drogen- Auto- und Frauen-Milieu ist und gerade mal unfallfrei die Dogge des Kiezkönigs zu führen in der Lage ist. Aber Christoph wäre nicht Christoph, wenn er nicht in der Lage wäre, mit dieser misslichen Lage und dem Minigangster Dominik nicht doch noch einen literarischen True-Crime-Kracher im harten Einband zu landen… und ? Es darf durchaus gelacht werden!
Ray van Zeschau