Die Brücke nach Terabithia

Fantasy, USA 2007, 95 min

Hallo Dresden, die Brücke ist fertig. Close your eyes and open your mind. Und es gilt ein „Meisterwerk“ zu bewundern. Weil die wahre Kunst aber unsichtbar ist, heißt es zudem, die Augen zu schließen und einen Ort zu entdecken, den man niemals wieder vergessen wird. Versprochen. Also von der unvergesslichen Sorte gab es schon einige. Versprochene und ganz spontane. Angefüllt mit Wäldern, Schlössern und Geistern. Doch nicht das brachliegende Waldschlösschenareal liegt jenseits des kindlichen Traumufers, sondern eine Art Heimstatt für arbeitslose Fantasy-Kreaturen. Made by Weta Digital. Man sieht ihnen geradezu an, dass sie bei »King Kong«, bei »Herr der Ringe« oder »Chroniken von Narnia« ausgesondert und zurückgelassen wurden. Ein trauriges Schicksal. Wenn man als bewurzelter Riese nicht mehr ins Narnia-Konzept gepasst hat und vom Creativ-Team fortan gemobbt wurde. Doch dank Katherine Patersons preisgekrönten Kinderbuchs erwachen sie jetzt wieder aus ihrem Festplattengrab. Mobbing widerfährt dem coolen Jesse eher selten, er ist schließlich der schnellste Läufer an seiner Schule. Bis er Leslie trifft. Sie ist blond, neu in der Klasse und wird von allen gemieden. Doch Jesse muss sich mit ihr anlegen, ob er will oder nicht. Denn sie läuft ihm glatt davon und nun ist es Essig mit Jesse als dem fixesten Kerlchen der Klasse. Soweit zur unmeisterlichen Einleitung des Folgenden. Leslie besitzt nicht nur zwei schnelle Beine sondern ein ausgesprochen überschäumendes Talent für fantastische Geschichten, und da die zwei Kinder berufstätige Eltern ohne Zeit zum Spielen haben und der Fernseher kaputt ist, verbringen sie ihre meiste Zeit im Königreich Terabithia. Als König und Königin. Yeah. Das ist gleich hinter der Brücke nach Terabithia und die Gegend wird von allerlei animiertem Gezücht bevölkert. Und wie eingangs erwähnt, sind diese Viecher froh, dass mal jemand nach ihnen schaut, mit ihnen spielt und ihnen erklärt, wo's jetzt langgeht. Das Unglaubliche daran ist, Leslie und Jesse müssen einfach nur an einem alten Tau über einen Bach schwingen, Augen zu, und schon sind sie mittendrin in ihrer Traumwelt. Die ein wenig so riecht und ausschaut wie der Garagenhof von Narnia und wo es neben lauter lustigem Zeitvertreib für Kinder auch den Dark Master gibt. Mit dem kann man nicht spielen, weil der alles kaputt machen will. Also müssen sich die beiden Kinder was einfallen lassen. Und da sie sowieso fast jeden Tag hier sind, um in Ruhe darüber nachzudenken, wie sie den bekloppten Typen in der Schule Paroli bieten könnten, fällt ihnen das bisschen Laserschwert kämpfen, Riesen in die Flucht jagen und den Dark Master töten nicht wirklich schwer. Das alles zusammen verspricht eine derart spannende Geschichte zu werden, dass wir euch empfehlen, geht hin, schließt die Augen und vergesst nie wieder diesen fantastischen Ort. Das müsst ihr versprechen. C. Fredo