Halbe Welt

Science-Fiction/Drama, Österreich 1993, 83 min

Was wäre, wenn alle Menschen nachts leben würden, wenn also nachts das Leben blüht und tagsüber die Stadt tot und leer ist? Weil die Sonne mittlerweile lebensgefährlich vom Himmel strahlt. Was wäre dann aus der sonnenverwöhnten Spezies Mensch und all seinen täglichen Bedürfnissen geworden?
Halbe Welt zeigt die Überlebenstechniken in solch einer nächtlichen Halbwelt. Dealer Katz (Dani Levy) handelt mit Ansichtskarten (ihr wisst schon, die mit blauem Himmel und weißen Wolken), Herzog (Rainer Egger) betreibt Morgensport mit der aufgehenden Sonne und die „Weißen“ haben das Manipulationsmonopol. In Sunnys (Maria Schrader) Tagesbar trifft sich die halbe Welt, um den nächtlichen Bedürfnissen nachzuhängen; Alkohol, Liebe, Sex und Gewalt. Nicht von ungefähr ähneln etliche Details in Florian Flickers Film (zuletzt Der Überfall) unserer realen Umgebung. Doch sollte man nicht zu sehr den moralisierenden Ökothriller in Flickers Film sehen. Eher schon ist Halbe Welt irgendwo zwischen Luc Bessons Der letzte Kampf und Leos Carax' Die Nacht ist jung wiederzufinden. In seiner visuellen Art spröde und durch seine unkonservative Erzählweise nachhaltig wie ein Mezcal-Rausch. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Maria Schrader und Dani Levy hier zum dritten Mal aufeinandertrafen, und noch fünf weitere gemeinsame Filme folgten.
Tja die liebe Liebe.