Wendy

Fantasy, USA 2020, 111 min

»Wendy«? Irgendwie denke ich da zuerst an das Pferdemagazin und somit einen weiteren x-beliebigen Pferdefilm. Diese Jahre liegen weit hinter mir, aber mit ein bisschen Nachdenken gibt es da noch eine Wendy, die meine Kindheit definierte: Wendy Darling, die sich einst mit ihren kleinen Brüdern und Peter Pan auf eine magische Reise ins Nimmerland begab. Und genau um diese Wendy geht es in dieser eindrucksvoll bebilderten Neukonzeption des Klassikers. Der Film ist noch magischer und zugleich deutlich düsterer als das, was Disney 1953 in der wohl bekanntesten Adaption der Geschichte von James M. Barrie in die Kinos brachte: Die 9-jährige Wendy wundert sich, ob sie - wie ihre in einem Diner schuftende Mutter - ihre Träume aufgeben muss, sobald sie erwachsen ist. Um diesem Schicksal zu entfliehen, folgt sie gemeinsam mit ihren jüngeren Brüdern, den Zwillingen James und Douglas, dem geheimnisvollen Jungen Peter auf eine vulkanische Tropeninsel. Die Insel wird von einem Geist (von Peter „Mutter“ genannt) beherrscht und solange man an Mutter glaubt, wird man nicht älter. Die Darlings erleben mit Peter allerhand Abenteuer auf der paradiesischen Insel, doch mehr und mehr wird dieses Paradies von den „Olds"" bedroht, von Kindern, die den Glauben an die Mutter verloren haben und ein mürrisches und deprimiertes Leben führen. Eine wahrhaft magische Geschichte, die auch den „Lieblingsfeinden“ Hook und Peter Pan einen ganz neuen Ursprung verleiht. Man muss sich allerdings von den beiden großen Verfilmungen durch Disney und Spielberg (»Hook«) lösen, um sich richtig auf dieses Abenteuer einzulassen… ;-)
Viktoria Franke