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Monos - Zwischen Himmel und Hölle

Drama, Kolumbien/Argentinien/Niederlande/Deutschland, Uruguay/Dänemark/Schweden/USA 2019, 103 min

Kino wird wieder gefährlich. Das Mindeste, was ein Zuschauer gegen eine Kinokarte eintauschen sollte, ist seine Komfortzone. Beim hochverdienten Sundance-Film-Festival-Gewinner »Monos« gerät er gleich in Geiselhaft. Ausgesprochen unbehaglich hangelt sich der Plot zwischen einem reichlich halben Dutzend Teenager-Guerrillas entlang und begleitet deren Auftrag, eine amerikanische Geisel (Julianne Nicholson) zu bewachen. Inmitten eines nebulösen Bürgerkrieges agieren acht Jugendliche als Söldner für eine nicht näher bezeichnete Organisation. Man ist noch ganz benommen von der Unbehaustheit dieser Nicht-Mehr-Ganz-Kinder in ihrem Bootcamp, wo sie sich mit Wolken auf nackten Felsen zudecken, sich mittels Pilzen in rauschhafte Zeremonien begeben, alles irgendwo in den Hochebenen der kolumbianischen Anden. Da taucht ein berittener Winzling auf und stellt sich vor als deren Drill Sergant. Der gekommen ist, ihnen Shakira, eine dienstverpflichtete Kuh, anzuvertrauen und ihnen ein wenig die pubertären Flausen auszutreiben…
Ob Regisseur Alejandro Landes ausgerechnet all diese Referenzfilme im Sinn hatte, »Lord Of The Flies«, »Apocalypse Now«, »Beau Travail«, die ihm nun angeheftet werden, ist nicht überliefert. Sie beschreiben jedoch sehr treffend die wild pochenden Kinderherzen im Angesicht des nahenden Todes. Denn aus dem wilden Kräftemessen wird blutiger Ernst, als sie unter Beschuss geraten und mitsamt Geisel und Kuh unter die Wolken flüchten müssen. Himmel und Hölle tauschen die Plätze, wenn Rambo, Wolf, Dog, Lady, und Bigfoot zusammen mit dem Wasser der Wolken zu Tal rauschen, durch einen albtraumartigen grünen Dschungel, in dem ihre zarten sozialen Bande zerreißen, und sie monos - jeder ganz für sich allein - in den tosenden Krieg geraten.
Alpa Kino